Willkommen aus Indien

Hallo Zusmannen,

wie man sieht ändert sich hier ja doch noch was. Jetzt gehts los aus Indien.
Für den ersten Post war es das auch schon. Eigentlich wollte ich nur neue Bilder auf http://gallery.lostintranslation2.de.

Ach ja oben die Typen sind von links: Flo(h),  Jan,  Tobi,  Julian,  Divya, et moi.
Viele liebe Grüße

Philipp

Stolz und Vorurteile

Take a trip to my yard
come and take a walk with me through the xintandi.

Tja wieder mal viel passiert und selbst wenn ich eher inzwischen gewohnt bin auf English zu schreiben, so denke ich doch an die zahllosen Leser die vielleicht das Deutsche vorziehen.

Ich sitze zurzeit in meinem neuen Büro, bei PAUL, der das Starbucks abgelöst hat. Naja sagen wir mal den Kaffee schleuse ich hier immer noch ein, aber ansonsten kommt das hier dem französischen savoir-vivre schon sehr nahe. Hervorragende Backqualität, die selbst deutschen Konditoren starke Konkurrenz bieten würde.

Gestern war wieder einer dieser Tage die mit einer Geburtstagsparty endeten – um 4 Uhr Nachts. Ich denke, es ist dann immer wieder interessant um diese Uhrzeit mit mir zu texten – via ICQ oder Sype .

Inzwischen haben wir hier einen geregelten Tagesablauf des Nichtstun etabliert. Nicht mal anstehende Klausuren können einen hier groß motivieren, wenn das Wetter knappe 20°c und blauen Himmel verspricht und einen Kaffee im Cafe unseres Vertrauen mit der Kombination von lauter kuriosen Kreaturen in der XIntandi wahr werden lässt.

Inzwischen fühlt man sich ja als und vor allem fühlt auch mit den locals, die hier schon einige seltsame – so called: stupid (german, french, english, …) foreigners – aushalten müssen. Nicht das man manchmal sein lokales Gegenüber genau so gerne verfluchen würde wie den Britten, der sich, bei dann doch eher 15°C  strikt an den englischen Kleidungskodex eines hitchhikers hält. Nur das er dabei vielleicht doch lieber mal, an statt in den Hitchhikers- lieber in den Clothing Guide gucken sollte. Plauze vorwärts durch die Massen tragend, sein Lippenspiel stark an ein pickendes Huhn auf der Wurmsuche erinnernd, versucht er seiner allzu blassen Haut, die unbedeckt durch die viel zu enge und zu kurze, kurze Hose der sonne trotzt, deren letzte Energie zu entziehen. Was der Engländer an Charme und  Freundlichkeit durch sein zu verbietendes Äußeres einbüßt,  verliert die ansehnliche Chinesin am Kartenverkauf durch Ihr charmantes Englischtrotzen. Selbstgemachte Kommunikationsprobleme lassen einen hier des Öfteren glauben, dass der steigende Haarverlust in der Dusche nicht auf das Alter, sondern eher auf starke nervliche Belastung zurückzuführen ist.

Da hat man Karten für eine Clownshow im Nobelviertel ergattert und dann vergisst man die zur Zusendung evident wichtige Hausnummer. Kein Problem der Plank hat ja sein Büro direkt neben dem Stand. Ein Telfongespräch , nein eher eine Ewigkeit aus abgehackten Wortfetzen später, das Telefonnetz hat hier so seine Tücken, stehe ich vor der strahlenden Verkäufern. Ein an den lokalen Slang angepasstes NoHau später befindet man sich schon wieder am Ende der Kommunikation: „Englisch? Nein das kann ich nicht mehr“. Moment; ein weiteres Telegrafensprachen ähnliches Telefonat später:
- Ja kommen, kann kein English, Stopp
- Wie kein English, konnte Sie vorher stopp
- Driss
- WAS?
- Egal
- Nochmal!
- Housten wir haben ein
- Husten ????
- (schreiend) ICH RUFE ZURÜCK
- Nein ich will die Karten nicht zurück
- AHHHHH
Bin ich genau so weit wie vorher. Das verschüchterte Lächeln strahlt aber immer noch. Ja ein Lächeln bringt mich vielleicht auch weiter. Es folgt einige kurze brillante Englischfetzen: „Friend was here, you gave ticket.“ Ahh das Lächeln spricht ja, aber nur ein kurzes OKAY. „He forgot to give you our streetnumber.“ Das Lächeln sieht jetzt gequält aus, es stirbt mir weg. Schnell, Reanimieren Herr Doktor:“ you have wrong adress“. Puhhh, der Puls ist wieder da. Mein Gott ich hätte nie gedacht, dass ein Volk tatsächlich sich mehr dem Englischen entzieht als der gemeine Franzose. Ich wage mich nicht zu fragen ob Sie mich verstanden hat, stattdessen frage ich nach Penn and Paper. Nein auf Anhieb geklappt, mein Lächeln kehrt auch zurück. Ich schreibe unsere Adresse im besten PinYing auf. Jetzt strahlt Sie erst recht. Meine Zuversicht schwindet. Atmen nicht vergessen, denn dich kann hier nicht mal jemand in stabile Seitenlage bringen, der unbewusste Patient hat laut Chinesen größere Überlebenschancen wenn er in Chi Richtung, rücklings den Himmel anschaut. Die Zunge haben Chinesen ja sowieso immer im Rachen, denn nur so ist diese Sprache überhaupt erst zu formen. Linke Augenbraue und Mundwinkel in verzweifelter Denkerpose, schon die Antwort ahnend frage ich: „Do you understand what I want?“. Das Lächeln formt die Antwort, die Spannung steigt um dann die Climax in einem „Yes“ zu finden. Ha, aber so leicht gebe ich nicht auf, ich knüpfe also direkt mit einer nächsten Frage an: „You didn’t get what I want, do you?“. Inzwischen hat meine Augenbraue meinen Haaransatz erreicht. Das Lächeln wird noch herrlicher und die Antwort um so verführerischer direkt in schiere Panik auszubrechen: „Yes“. Links und rechts bringen sich Expats in Sicherheit, die dieses Spiel bis dahin amüsiert verfolgt haben und Ihre Second Mover Advantages gleich ausspielen werden. Doch da werde ich verblüfft, mitten in meine sich aufstauende Erregung, die allerdings eher eine schieren Hilflosigkeit weichen wird, kommt ein verspätetes zweites Satzfragment: „You want have the number of the girl from before“. Hinter mir bricht jemand in lautes Gelächter aus, mein Seitenblick lässt Ihn aber anscheinend eher an den schnellst möglichen Fluchtweg denken und er verschwindet, allerdings immer noch prustend in der Menge. Mein Blick kehrt zurück, doch der Lacher hat angesteckt und ich kann nicht mehr und fange an zu lachen bis die Tränen kommen. Wie und wer wohl dieses Girl und die Nummer sein soll. Ich bin versucht das Angebot anzunehmen. Ein Geistesblitz später schreite ich zu unserer letzen ultimativen Waffe, dem Dollmatcher. Die Telefonverbindung allerdings verliert sich wieder mal in den sieben OSI Schichten, bei denen man annehmen könnte, dass die unterste Schicht hier nicht ein Kabel sondern eher ein rasender Chinese in einem Taxi ist. Ja ich werde hier sowie dort, am anderen Ende der Leitung nicht verstanden und es bleibt nichts als das Hoffen auf ein Wunder. Dieses Manifestiert sich dann in der Erscheinung Lukas mit seiner Freundin. Die, des Chinesischen mächtig, generalstabsmäßig das Vorgehen mit mir plant und dann zum Angriff auf das Lächeln bläst. Rollenwechsel, jetzt bin ich der lachende Expat im Hintergrund und schmunzele über das zwanzigminütige Wortgefecht. Ab und zu werde ich als Artillerie aus dem Off genutzt um bejahend an der chinesischen Front Unterstützung zu geben.

Und das Ende vom Lied. Das Lächeln blieb, gewann die Schlacht, aber den Krieg haben wir gewonnen. Am Ende des Monats gehen wir in den Zirkus und die Karten kamen dementsprechend an. Wie? Ja das frage einer den Postboten wie man auf der annähernd längsten Straße Shanghais ein Haus, nein einen Häuserblock ohne Hausnummer findet.

Jetzt schreit die Call-Put-Pariät und die Batterie zwingt mich mein neues Büro wieder einmal zu verlassen und die Nach willkommen zu heißen. Schon so spät? Jetzt gilt es die Pfunde aus dem andauerndem Genuss shanghainesischer Kost zu verlieren, aber nicht im Chinesischenwortkrieg sondern beim Fahrradfahren. Das Lächeln immer mit dabei.

Grüße
Phips

Hainan

Am Mittwoch abend haben sich Lukas, Philipp und ich in Richtung Hainan aufgemacht um dort in der beliebten Ferienstadt San Ya für fünf Tage ein wenig zu relaxen. Hainan ist die beliebteste, grösste und am südlichsten gelegene Ferieninsel Chinas. Vor einigen Jahrhunderten noch nahmen die Chinesen an, dass sich auf Hainan das “Ende der Welt” befinden würde. Von Shanghai aus haben wir ein gemütliches Hostel gebucht, dass uns pro Person/Nacht ca. 4€ im Dreibettzimmer mit eigenem Badezimmer kostet. Die Angestellten sind, wie in den anderen Hostels die wir bis jetzt besucht haben, sehr nett und organisieren auf Anfrage jede Menge interessante Exkursionen. Heute waren wir z.B. auf “Nanwan Island”ssl21975.bmp auf der mehr als 2000 Affen frei herumlaufen. Im Anschluss haben wir uns dann im Hafengebiet vor der Insel umgeschaut, uns zu den Chinesen in den Garküchen gesetzt und dort lecker gegessen (ich habe z.B. einen ganz ausgezeichneten Tintenfisch für ca. 50cent zu mir genommen). ssl22071.bmp ssl22050.bmpDanach haben wir einen kleinen Bootstrip durch eine Art Fischerdorf auf Wasser gemacht, der grossen Spass gemacht hat und sehr informativ war. Dabei hatten wir mehrmals die Möglichkeit das Boot zu verlassen und uns die Häuser der Fischer anzuschauen. Diese halten dort unter anderem Schildkröten, Haie und Kugelfische. Auf dem Rückweg nach San Ya haben wir einen Zwischenstopp am Yalong Bay Ressort gemacht, uns dort das “Seashell Museum” angeschaut und uns dann an den dortigen Strand gelegt. Die Strände auf Hainan sind sehr schön und das Wasser ist angenehm warm und sauber ssl22124.bmp. Auffallend ist, dass in Sanya und Umgebung sehr viele Russen ihren Urlaub verbringen, was wohl daran liegt, dass es eine sehr günstige Dirketverbindung von Moskau nach Sanya gibt. Dies führt teilweise dazu, dass die Obstverkäufer usw. statt auf gebrochenen Englisch ihre Produkte anzupreisen auch schonmal das ein oder andere russische Wort (”karaschor”) von sich geben. Viele Speisekarten sind tatsächlich ins Russische übersetzt und in den Strandlokalen bekommt man auch die ein oder andere russische Spezialität. Am zweiten Morgen habe ich am Frühstückstisch im Hostel eine Freundin aus Köln getroffen, die im Rahmen ihres 6-wöchigen Chinaurlaubs zufällig zur selben Zeit auf Hainan war und dabei auch noch das selbe Hostel gebucht hat. Eigentlich wollten wir uns bereits schon in Shanghai treffen, was dann aus zeitlichen Gründen doch nicht möglich war. Gestern abend haben wir uns dann noch eine Massage vom aller Feinsten gegönnt ( ca.1,5 h für 1,50€!). Abseits der Strände und Touristenattraktionen in den Gassen kann man auch in San Ya das wahre chinesische Leben kennenlernen. Hier reiht sich eine Garküche an die andere und das alltägliche Leben spielt sich auf der Strasse ab. Besonders viele alte Menschen halten sich hier auf und spielen Karten oder stehen einfach nur rum. Am Samstag sind wir mit Peter und Chen Chen vom Hostel zu einer Tauchschule gefahren und haben mit einem Tauchlehrer erste Tauchversuche gestartet. Dabei sind wir bis zu 8 Meter tief zwischen Korallenfelsen getaucht und haben viele Fische und andere interessante Dinge gesehen. Ein einmaliges Erlebnis! ssl22132.bmp Auf der “Seafood-Party” des Hostels hatten wir einen riesen Spass mit den Angestellten des Hostels und das Essen war unglaublich gut. Unter anderem gab es jede Menge frische Austern und Krebse. Als wir uns am Sonntag auf den Weg zum vielgepriesenen “Minority Village” gemacht haben, sind wir davon ausgegangen dort ein Dorf vorzufinden, in dem Chinesen in ihrem traditionellen Umfeld leben.ssl22211.bmp Leider wurde unsere Hoffnung entäuscht: Es handelte sich mal wieder um eine der vielen mit AAAA (die höchste Stufe!) bewerteten Touristenattraktionen, die leider so gar nichts mit chinesischer Kultur und Tradition zu tun haben. (weiteres auf http://picasaweb.google.com/JonasinChina)

Autofahren in und um Shanghai

Wie fast jede asiatische Grossstadt ausser Singapore ist auch Shanghai ein Paradies für Autofahrer. Auf bis zu fünf Ebenen übereinander führen hier Strassen mit mit unzähligen Fahrstreifen durch den Grossstadtjungel. Das heisst natürlich noch lange nicht, dass es nicht zu Staus kommt. Nein, nein, ganz im Gegenteil. Die gut zwei Millionen Personenwagen bringen den Verkehr jeden Morgen und Abend zuverlässig zum Erliegen.

Kultstatus geniessen hier Fahrzeuge der Typen Volkswagen Santana 2000 und 3000. Dabei handelt es sich um in Shanghai hergestellte Nachfolger des in Europa nicht besonders erfolgreichen VW Jetta. Wobei Nachfolgemodell in diesem Fall nicht heisst, dass sich seit der Urversion gross etwas geändert hätte. Selbst Fabrikneue Exemplare überzeugen durch Optik und Technik aus den 80er Jahren.

Ebenfalls nicht zu verachten sind die Fahrkünste der ortsansässigen Taxifahrer. Ohne kostbare Zeit durch einen Blick in den Rückspiegel zu verlieren wechseln sie ohne zu blinken die Spur. Ausserdem sparen sie Benzin indem sie die Motordrehzahl konsequent unter 1000 Umdrehungen halten. Bei 900 wird heraufgeschaltet und heruntergeschaltet wird erst wenn der Motor schon fast abgewürgt ist. Für mehr Informationen zu diesem Thema sei der geneigte Leser auf die Gruppe Shanghai Taxifanatiker auf StudiVZ verwiesen.

 Logisch, dass Autofahren unter solchen Umständen ein Hochgenuss ist. Ich habe den Selbstversuch mehrmals gewagt und es gefällt mir von Mal zu Mal besser. Für Adrenalin und Abwechslung ist stehts gesorgt. Gegenverkehr in der Einbahnstrasse, Fahrzeuge ohne Licht mitten in der Nacht, ohne Vorwarnung oder Signalisation auftauchende Baustellengräben sowie Autos die einem auf einspurigen Strassen rechts überholen lassen keine Langeweile aufkommen. Aber mit dem richtigen Coaching ist alles kein Problem. Wie mir eine Chinesin sagte: When driving in China you never worry about cars behind or besides you. And you never stop for bicycles or pedastrians.

Ein ganz besonderes Vergnügen sind Fahrten auf der Autobahn. Vier Spuren plus der Standstreifen stehen zur Auswahl. Überholt werden kann wahlweise links oder rechts, auch auf dem Pannenstreifen oder zwischen zwei Fahrspuhren. Auch die kleinsten Lücken im Verkehrsfluss wollen genutzt werden und selbstverständlich ist Blinken auch hier nur für Memmen. Keiner regt sich auf wenn man sich bei Tempo 140 wenige Meter vor ihm in eine Lücke drängelt. Und auf die Frage, ob ich auf die Geschwindigkeitslimiten achten müsse kam die Antwort: Well, you may if you like. Ganz grosses Kino sag’ ich da nur.

Immer wieder Freitags

Hallo zusammen, ich dachte es wurde mal wieder Zeit. Seit wann habe ich nicht mehr geschrieben? Seit vor meinem Geburtstag mein Gott, dann wird dieser Beitrag wohl etwas länger. Nicht chronologisch und nicht geordnet ganz so wie mein persönlicher Streifzug durch Shanghai gestern.

bundByNight

Planlos durch Shanghai

Nachdem ich seit dem Wochenende meine Tage mit zu spätem zu Bett- und Aufstehen, arbeitend vor dem Notebook oder Simpsons guckend verbracht habe, und dabei versuchte einen eingequetschten Nerv auszukurieren, hatte ich gestern Hummeln im Hintern. Dank eines Arzttermins am Mittwoch konnte ich nicht mit den anderen auf einen Zweitagestrip rund um Shanghai mitkommen. Grund genug mich gestern aus dem Haus zu quälen und ab in den Fuxing Park, den hier jetzt richtig genießbaren Spätsommer erleben.

Bekanntschaften auf der Parkbank

Der Ausflug war eigentlich ungeplant und dem entsprechend konnte es nur witzig werden. Shanghai oder vielmehr China sorgt immer für irgendeinen komischen Moment, der einem den Tag versüßt. Lukas Aufbrechen, der mich zunächst begleitet hatte, sorgte für einen leeren Platz neben mir auf einer der begehrten Parkbänke. Dem entsprechend konnte ich schnell mit Unterhaltung rechnen. Im Land des zahnlosen Lächelns gesellte sich auch als bald ein freundlicher, älterer Herr der überraschend gut Englisch sprechen konnte, eingeschränkt nur durch das Fehlen aller, bis auf der zwei oberen vorderen Zähne. Seine Geschichte war interessant und beschrieb China vor 30 Jahren.

Die Hummeln kehren zurück

Allerdings war mein gequältes Sitzfleisch Grund für ein weiteres Aufbrechen. Musik im Ohr, ließ ich mich durch die Stadtparks gen Downtown treiben. Genießen kann man hier sogar die erträglich gefilterte Luft, die normalerweise durch, dem Europäer fremde Gerüche und viele Abgase angereichert ist. Glänzte der Fuxing Park noch durch eine seltsame Zweigeteiltheit, bestehend aus Baustelle und abgeschlossener Gartenschönheit, scheinen die Parks sich mit Annähern an den People-Square schon im besten Zustand zu befinden und schreiben Förmlich „Wir sind bereit für die Olympiade, Frauen WM und Paralympics“. Schöne Gärten, mit vielen Grünflächen, exotischen Pflanzen und Bäumen und dann immer wieder kleine Teichgebiete mit niedlichen kleinen oder pompös großen Brücken, die im China-Stil sich über die Gewisser heben oder knapp über sie  hinwegführen. Alles verheißt: „So hat es hier schon immer ausgesehen, alles ist ‚ancient’“. Wären da nicht die Erinnerungen and die Baustellen aus dem Fuxing Park und vergessene Plastikrohre im Wasserkanal die eher von Aktualität zeugen könnte man diesem Trugschluss auch tatsächlich folgen und sagen: „Ganz wie in meiner Vorstellung oder tatsächlich wie das Klischee“. Aber im Grunde genommen ist genau umgekehrt. China hat durchaus gelernt wie man dem Europäer China näher bringt. Indem man Ihm vor allem das China zeigt, was er vermeintlich kennt und sehen will. Nicht desto trotz sind die Parks eine Oase und ein krasser Gegenpol zum Altagslärm der Stadt.

5 Km weiter …

… bin ich im Zentrum und im letzen Rückzugspark, nahe der Staatsgalerie, Museen und vielem Mehr. Man merkt sehr schnell das man sich in Zentrumsnähe befindet, vor allem da „Golden Week“ ist. Der Menschenstrom wird immer dichter und den Park erkennt man nur daran, das vollkommen überforderte ABMs, so genannte „Park-Assistances“ durch Tröten versuchen das Sitzen auf den Grünflächen zu unterbinden.

Grillen am Aachenerweiher

Hier? Undenkbar! Eine Tafel am Parkeingang verrät in angelehnter guter deutscher bürokratischer Tradition, was alles Verboten ist. Bleibt auch hier die Frage was denn dann erlaubt ist. Am besten man folgt dem Beispiel eines anderen Hinweisschildes: „Do not touch, only view and admire alltogether“.

Straßenschilder und Wirrungen

Der geschulte und wahrscheinlich auch der ungeschulte Englischnutzer stutzt sicherlich über die oben frei zitierte Aufforderung. Aber sehr gut verständliche Warnschilder säumen das Stadtbild: „Watch your Slip“, „Do not reach body out of elevator“ (Man befindet sich auf einer Rolltreppe) oder auch in einem öffentlich Klo: „Please would paper chuck in wastebin Thank you!“ Dieses Schild soll einem übrigens sagen, dass man das Toilettenpapier bitte in den Mülleimer werfen soll. Legendär aber noch nicht gesehen soll auch das Schild in einer Diskothek sein auf dem stehen soll: „No prostitutes allowed, if you are not sure whether you are a prostitutet ask at the door“. Wer mehr sehen will kann hier mehr finden und auch bald in unser eigenen Bildgalerie: http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Engrish?uselang=de

15.30 Und nur?

Was denn ich bin schon so viel gelaufen und es ist erst 15:30, das Bein macht noch mit und die Musik hat Abwechslung durch ein Hörbuch gefunden. Geldwechseln heißt eine Bank of China finden. War am BUND (schöne Strandpromenaden ähnliche Flaniermeile direkt am Fluss) nicht eine? Damn das ist ja noch mal quer durch die Stadt. Egal!

17:05 D’OH!

TeamHerr verflucht, so viele MENSCHEN! Einfach unglaublich, meine Reisegeschwindigkeit hat sich auf 2 Km/h verlangsamt und nur durch Kreuzen gegen den Strom (jaja eigentlich ja gegen den Wind) ist es überhaupt noch möglich vorwärts zu kommen. Doch da die Idee, ein Geistesblitz! Wie kommt Bruce Willis zur Rush Hour noch mal durch NewYork? Nein ein Krankenwagen kommt hier noch langsamer weiter, denn hier wird eher mit dem Martinshorn gepfiffen, als das man darauf hört. Schneller geht’s bestimmt mit einer Art Führer. Wo ist denn hier ein Rolex oder Omega Verkäufer? Da kommt die Frage: DVD? Zum ersten strahle ich über die Frage und antworte „Hen Hau!“. Und ab geht’s wieder mit 5 Km/h pro Stunde, dem findigen Burschen, der ein Geschäft wittert hinterher. Streckenreingewinn ca. 1 Km. Jetzt noch schnell abtauchen im Getümmel und geschafft. Wiederholen lässt sich das leider nicht. Einige böse Europäerblicke und Flüche später bin ich am Ziel, nur 5 Minuten zu spät. Naja morgen ist auch noch ein Tag. Taxi zurück, nein warum der Mensch hat doch Beine. Mit Starbucks Kaffee und Musik geht’s zurück.

Rückblick

GeburtstagAber Kurz, will hier ja keinen Langweilen! Geburtstag wurde direkt 3 Mal gefeiert. Einmal meiner zweimal und dann noch der vom Mathias. Bilder gibt’s dann bald auch in der Gallery.

TorteJazz am Vorabend leitete den längsten Geburtstag meines Lebens ein. Dann danach noch Party am Bund und am nächsten Abend/Nacht Party mit vielen Chinesen in unserer Skylaunch. Enden tat der Geburtstag zwar in dieser Zeitzone, aber andere Zeitzonen aus Europa und Amerika schafften es den Geburtstag bis tief in den frühen Morgen des hiesigen 22ten zu verlängern.

2 Klassen

Es folgten noch Arztbesuche die aber eher uninteressant waren. Der Besuch am Mittwoch hingegen brachte nicht nur Aufschluss und eine Diagnose (eingeklemmter Nerv) sondern auch einen Einblick in die Zukunft Deutschlands. Die Privatpraxis glich eher einem Hotel bei dem es nebenbei nur um Krankheit ging. Angesiedelt tatsächlich direkt in einem der Luxus-Hotels Shanghai, waren alle Möbel aus einem Mahagoni ähnlichem Holz, selbst der Untersuchungstisch. Eine persönliche, andauernd zuvorkommende Krankenschwester bringt einem dauernd Wasser und Lesestoff und ist sichtlich bemüht den Kranken die Krankheit vergessen zu lassen. Krasses Gegenteil zum Kassenarzt in Deutschland. Natürlich sagt das nichts über die relevante Qualität aus, ein eigens aus Singapur eingeflogener Orthopäde macht aber Eindruck, allerdings auch auf der Rechnung.

Und nu?

Faithless kommt heute Abend dran und demnächst ein Linkin Park Konzert. Wie da fehlt was, aja natürlich noch viel mehr Party. Hä? Immernoch fehlt was, ach so sind doch Ferien, da ist keine Uni :)

LG
Phips

Wie Noch was vergessen?

Ach so ja wir sind Weltmeisterinnen |-(

SupportWM Gratulation

New Face

Moin,

tja die Blogeinträge schießen förmlich wie Pilze aus dem Boden. Ich schulde natürlich wieder mal ein richtiges Update.

Begriffe mal anders

Zunächst holen wir die Begriffsklärung nach:

  • MF MI TM = Money Flow More Important Than (your) Mother
    Eine alte Weißheit des chinesischen Betriebswirts
  • BMW = ist nicht wirklich eine Abkürzung für unsere falsch angesiedelten Automaniacs, sondern steht hier für “Bring My Wife”.

Lässt tief blicken oder :) ?

Naja “tief” geblickt hat gestern auch unsere Schwestern-WG, die durch eine wild gewordene Klimaanlage nicht nur Ihren FI sondern auch dutzende an Birnen und Wandlern auf ihrer Aktivseite “Sonderabschreiben” musste.

Ahh Stichwort Bilanz

Bilanzieren können wir hier wirklich vieles. Ausgeglichen ist zum Beispiel die Bilanz unserer Lehrkörper. Während der eine Prof. eine durchaus richtig gute Finanzierungsvorlesung hält, gleicht dies unser Logistics-Prof. durch unsagbar schlechtes Englisch aus. Gestern gab es schon einige Hörproben via Skype. Wer interessiert ist an einer Mischung aus “Malen nach Zahlen”, Tabu und Activity schaltet am Mittwoch Nachmittag einfach sein Skype an und darf lachen.

Zum Bilanzieren gehört natürlich auch die Bilanz. Hierzulande unter besser unter dem Namen “Balance Shit” bekannt :).
Auch eine Bilanz der Gruppendiskussionen fällt durchweg positiv aus. Manchmal muss man einfach ein Snickers zu sich nehmen und sich sagen “Wenn’s mal wieder länger dauert!”. Aber nach 30 Minuten kommt man durchweg auch zu guten Ergebnissen, in denen man nur den Bezug zum Thema manchmal vermissen darf.

Taifunsuche…

… blieb Ergebnislos. Wir fragen uns immer noch, wofür wir den lokalen EMart geplündert und die Fenster mit Dreck versiegelt haben. Naja, aber dafür konnten wir Bilder mit unbeschreiblicher “Tiefenschärfe” knipsen, auf einer Distanz von ca. 2 Metern.

Gallery und Blog

Wie wahrscheinlich bemerkt, hat unser Blog ein neues Gesicht bekommen. Wer meine Haare sucht, den letzten Todeskampf der 5+2 nachempfinden will oder einen astreinen Lapdance von mir sehen möchte, der findet dies alles ab sofort unter gallery.lostintranslation2.de.

Back to the Future

Heute gibt es mal wieder Jazz im Cotton Club anlässlich des ersten Vierteljahrhunderts Dauerbeschallung :).
Viele Liebe Grüße aus der Wahnsinns-Stadt Shanghai und Dsai Jian

Phips

Auberge Espagnol

Hallo Zusammen,
der gewohnte Leser wird wohl unten stutzen, da anscheinend die Geschichte neu anfängt. Aber wir haben die zweite dreier WG komplimentiert und sind jetzt international. Naja fast, denn Lukas kommt aus der schönen Schweiz.
Ich denke es ist auch mal wieder Zeit uns kurz auch von unserer Seite zu melden. Meine Wenigkeit ist seit Samstag krank und irgendwie hat es fast jeden aus der Gruppe getroffen, bis auf merkwürdiger Weise :) Ben. Ab Gestern geht es aber aufwärts und heute hats mich auch schon wieder an den Rechner verschlagen.
Gestern war für mich der erste Uni Tag, der auch direkt mit einem Ausfall des ersten Kurses begonnen hat. Natürlich der, für den wir schon um 6:30 aufgestanden waren. Für Entschädigung sorgte aber der Nachmittagskurs, der durch eine in Englisch bestechende Professorin mit dem Namen Dai Yuo aufwarten konnte (Man lesen den Namen mal laut in Englisch und drehe den Nachnamen in üblicher Schreibweise nach Hinten). Nach diesem Lacher ging es mit malen nach Zahlen weiter, als uns die Vorteile des zentrierten Einkaufs von Benetton mit späterer Colorierung erklärt wurde. Einige Mitstudenten nutzten die nicht farbkopierten Folien und die Farben aus der Präsentation zu übernehmen. 3 Stunden später, 20 Anekdoten und um eine umfangreiche 2,5 seitige Case Study reicher endete der Kurs unter Standing Ovations. Herr Thonemann wäre wohl vor Neid erblasst vor dieser lehrerischen Meisterleistung wobei einige Umstände, wie Open Book während der Klausur durchaus das Niveau der Uni Köln auf diesem Gebiet bestätigen.
Jaja, wie sagte Jan: “Ich würde wohl mit langen Haaren nach Hause kommen”. Bei diesen Frisörkosten kann ich das sogar durchaus schon nachfühlen, wobei ich zz. mit gefärbten kurzen Haaren eher einem Manga entspringe!
Meinem zweiten Ich, als ewigem Nörgler entspringt dieser Beitrag natürlich nur bedingt der mich umgebenden Realität.

Noch fragen Hauser? Nein Kienzle, wobei hier soll janicht der Eindruck entstehen Shanghai wäre nicht super. Nur das LINKE im Land des MF MI YM das suchen wir zz. vergebens. Aber dazu mehr in den zeitlich schneller folgenden Folgen :)
Grüße Philipp
 

Bürokratie vom feinsten

Ich war jetzt am Montag erneut in Pudong bei dieser Exit-Entry Public Security irgend etwas Authority und habe ein Residence Permit beantragt. Nach guten eineinhalb Stunden in der Schlange kam ich auch tatsächlich dran und durfte meine Anliegen vortragen. Immerhin hat sich meine Strategie, jedes erdenkliche Dokument in dreifacher Ausführung mitzubringen bewährt. Application Form plus Pass vorgelegt und mal gewartet. Form JW202 please. There you go. I also need a copy of that. Here it is. Admission notice? Sure. Copy of admission notice? Of course. Letter from University, please. You’re welcome. Certificate of temporary residence? There you go. Also need two copies of this. No problem. So geht das etwa 3 Minuten lang, am Ende bekam ich eine Quittung, mit der ich in einer Woche das residence permit sowie meinen Pass, den sie freundlicherweise dort behalten haben, wieder abholen kann.

 Das mit dem multiple entry Visum dauert hingegen noch etwas länger. Sobald ich wieder im Besitz eines Passes bin kann ich bei irgend einer anderen Stelle vorstellig werden und eine Physical Examination über mich ergehen lassen. Anschliessend kann ich mit dem entsprechenden Zertifikat und dem Residence Permit zur Uni gehen wo ich eine neue Bestätigung kriege. Mit all dem Zeux zusmmen (plus einigen Kopien versteht sich) kann ich dann zum dritten mal zu dieser Exit-Entry-Stelle gehen und endlich das gewünschte Visum beantragen. So wurde mir das zumindest gesagt. Fortsetzung folgt.

Neu in Shanghai

Ich bin inzwischen schon gute 2 Wochen in China und hab mich entsprechend schon etwas eingelebt. Aber der Reihe nach:Schon beim Hinflug fing es gut an. Habe gleich am Gate in Zürich Walti und Cornelia getroffen (Bikekollege plus Freundin) welche zufällig auf dem gleichen Flieger nach Singapore waren. Dann eingestiegen und gleich noch einen Arbeitskollegen von der CS angetroffen. Nachdem wir aber in Singapore gerade mal 30 Minuten Zeit zum umsteigen hatten (inkl. Terminalwechsel) hätte ich nicht gedacht dass das Gepäck auch ankommt. Aber die Singaporianer bringen auch das fertig, chapeau. Dadurch beflügelt hab ich’s mir nicht nehmen lassen, statt ein Taxi oder den Hochgeschwindigkeitszug den Ortsbus in die Stadt zu nehmen und das Hotel anschliessend zu Fuss zu suchen. Hat auch geklappt obwohl ich die Distanz zu Fuss um mindestens Faktor 3 unterschätzt habe.

Die nächsten 3 Tage verbrachte ich dann damit, mal die Uni zu finden und zu versuchen, ein multiple entry visum zu bekommen (es blieb beim versuch). Daneben blieb auch etwas Zeit für Sightseeing. Insgesamt war mir die Stadt von Anfang an sympathisch auch wenn ausserhalb der Touristenhotels quasi niemand auch nur ansatzweise Englisch spricht. Als ich dann mal ein Taxi genommen habe war ich daher umso erstaunter, dass der Taxifahrer doch recht passabel Englisch konnte. Musste aber inzwischen feststellen dass das ein Zufallstreffer war, bisher ist er nämlich der einzige der mehr als nur hello konnte. Auch die ersten Versuche, eine chinesische Simkarte zu kaufen mussten zwangsläufig an der Sprachbarriere scheitern. Inzwischen hat’s aber geklappt: +86 13585679523.

Eigentlich wollte ich ja vor Studiumsbeginn noch etwas reisen wobei ich vor allem Japan im Auge hatte. Da ich aber aus Visa-Gründen das Land zur Zeit nicht verlassen kann und sich das so schnell auch nicht ändern liess bin ich dann nach 3 Tagen nach Beijing geflogen. Krass, wie stark sich die beiden Städte trotz vergleichbarer Grösse unterscheiden. Auf der einen Seite Shanghai welches sich sehr international und modern gibt und wo man es kaum glauben kann, in sich in einem kommunistischen Land zu befinden. Dann kommt man nach Beijing, nimmt mal die UBahn und wird von den fühlt sich um Jahrzehnte zurückversetzt. Statt modernste Technik mit Ticketautomaten mit Tuchscreens, RFID-Tickets, Klimaanlage immer und überall erwarten einem hier uralte Wagons und Bahnpersonal welches die zuvor beim antiken Ticketschalter erstandenen Billete vor Betreten des Bahnsteigs abreisst. Dadurch vorgewarnt staunt man dann auch nicht mehr ob der überwältigenden Polizei- und Militärpräsenz noch an den allgegenwärtigen Mao-Bildnissen und roten Fahnen.

Allerdings muss man natürlich auch sagen dass Beijing in kultureller Hinsicht sehr viel mehr zu bieten hat als Shanghai. Die Stadt ist geradezu übersäht mit antiken Tempeln, Palästen und Parkanlagen. Dadurch ist Beijing auch sehr viel touristischer als Shanghai welches sehr viel mehr eine Business-Stadt ist. Da ich eine volle Woche Zeit hatte konnte ich darüber hinaus auch noch einige weniger bekannte Sehenswürdigkeiten wie die Beijing Underground City besichtigen. Es handelt sich dabei um ein weitverzweigtes Tunnelsystem unter der Stadt, welches in den 60/70er Jahren im Kulturrevolutions-Stil, sprich von Hand in den Fels gegraben wurde.

Zufälligerweise absolviert Reto Binki Binkert (Kantikollege, einige von euch werden ihn kennen) zur Zeit ein Praktikum bei Siemens in Beijing so dass wir uns seit Jahren wieder mal getroffen haben. Obwohl er noch recht neu in der Stadt war kanne er bereits eine lange Liste von Bars und Clubs sowie viele meist sehr trinkfreudige Expats was meinen Tagesrythmus ziemlich in die Nacht hinein verschob.

Zurück in Shanghai waren auch bereits einige der anderen Austauschstudis in der Stadt so dass das Partyleben natlos weitergeführt werden konnte. In beiden Städten ist das Nachtleben auch unter der Woche erste Sahne wobei es hier in der Regel spürbar edler zu und her geht (aber leider auch teurer ist) als in Beijing wo manchmal etwas Ballermann-Stimmung aufzukommen droht.

Vor 3 Tagen bin ich nun in das internationale Studentenheim eingezogen von dem ich sehr positiv überrascht bin. Jedenfalls sind die Zimmer vom feinsten: gross, mit Balkon, eingenem Bad mit Badewanne, AirCon, Kabelfernsehen etc. Ich bin nur im 9ten von insgesamt 23 Stockwerken was allerdings reicht um eine herrliche Aussicht auf die Skyline zu haben (mal abgesehen davon dass diese infolge Smogs eher verschwommen zu sehen ist). Kuul ist auch der kleine Laden in der Lobby des Studentenheims. Neben so ziemlich allem für den täglichen Bedarf verkauft und einem sehr internationalen Lebensmittelangebot (ich kann hier den gleichen O-Saft kaufen wie in der Migros) verfügt dieser über ein immenses und ebenfalls sehr international ausgerichetetes Alkoholsortiment (im gegensatz zu allen anderen Shops auf dem Campus die keinen Alk verkaufen). Da scheint einem als Austauschstudent ein Ruf vorauszueilen…

Die Leute hier im Wohnheim sind in der Regel voll easy drauf. Zumindest die Westler welche vielleicht einen Viertel ausmachen. Die restlichen drei Viertel sind Asiaten, hauptsächlich Koreaner welche in der Regel auch kein Englisch sprechen und mit dennen man daher nicht so oft in Kontakt kommt. Jederfalls lernt man hier täglich x Leute kennen wobe die meisten ein Semester Chinesisch lernen und nicht wirklich studieren. Dadurch haben sie aber auch endlos Zeit für Party wobei das Gebiet um den Campus herum voll ist von Restaurants, Bars und Cafes. Aber auch die Lobby des Wohnheims eignet sich gut. Gestern habe wir dort den ganzen Abend Bier getrunken und Poker gespielt. Genau genommen wäre Glückspiel in China ja verboten aber die Security-Typen die die ganze Zeit daneben standen haben sich nicht daran gestört obwohl wir um Geld gespielt haben.

Am Freitag geht’s dann langsam los hier. Erstmal Semestereinschreibung und anderer Papierkram bis dann am Montag das Semester anfängt. Allerdings habe ich selbst nur von Mittwoch bis Freitag Uni und dafür 4 Tage Wochenende. Das heisst ich habe nächste Woche Montag und Dienstag Zeit, mich hier in Shanghai anzumelden. Das wird wieder chinesische Bürokratie vom feinsten *stöhn*. Daran müssen sie echt noch arbeiten hier. Ich meine es ist ja schon in der Schweiz mühsam aber hier… You haven’t seen nothing yet.

Ni hao

Nach einer knappen Woche anstrengender Wohnungssuche beginnen wir uns langsam an den Gedanken zu gewöhnen das Shanghai für mindestens die nächsten fünf Monate unsere neue Heimat sein wird. Mir zumindest gefällt dieser Gedanke ganz gut, da die ersten Tage sehr interessant und aufregend waren. Shanghai ist riesig, voller (unglaublich freundlicher) Menschen, laut und voller Gegensätze. …und total versmogt!

Unsere neue Wohnung liegt im HuangPu-Distrikt, der relativ zentral liegt und von dem wir den Peoples Square und die Innenstadt relativ schnell erreichen können. Nachdem wir fünf Tage in unserem schönen und günstigem Hostel in der nähe des People Square verbracht haben werden wir morgen in die erste der von Philipp als „Luxusappartments“ beschriebenen Wohnungen ziehen. Nachdem wir mit insgesamt drei Real Estate Agencies nach Wohnungen gesucht haben, hatten wir das Glück zwei grosse, moderne Wohnungen im gleichen Gebäude zu bekommen.

An das chinesische Essen haben wir uns langsam gewöhnt und das „Stäbchenessen“ funktioniert mittlerweile auch ganz gut. Nachdem wir gestern Abend ein ganz fantastisches Restaurant gefunden haben erlebte Matthias heute Mittag eine kleine Überraschung als sich seine Bestellung als gebratene Entenfüße entpuppte.

Heute Morgen sind Ben und ich gemeinsam mit einem der günstigen Taxis (eine Fahrt kostet i. d. R. zwischen ein und drei Euro) in die Einkaufsstrasse Huaihai Lu gefahren. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass viele der Geschäfte eher etwas für Expats oder wohlhabende Chinesen mit grösserer Brieftasche sind. Generell sind Luxusartikel und viele (Original-) Markenartikel mindestens so teuer wie in Deutschland teilweise noch teurer. Allerdings gibt es auch zahlreiche Ausnahmen bei denen man zwischen 30-60% sparen kann.

Sobald es abends dunkler wird fängt die ganze Stadt an in den unterschiedlichsten Farben zu leuchten. Allerdings sind während der Woche abends kaum Menschen auf der Strasse unterwegs und man fragt sich wo denn die 20 Millionen auf einmal hin sind. Ganz anders am Wochenende, an dem viele Chinesen auch von ausserhalb in die Stadt kommen und ähnlich viele Fotos machen wie die Japaner und dabei auch schon mal gerne den ein oder anderen Europäer fotografieren.

Die Leute sind hier so freundlich, dass sie häufig schon nach kurzer Konversation die Freundschaft anbieten („Maybe we can be friends?!“) und nach Telefonnummer oder Emailadresse fragen. Die Hilfsbereitschaft, die wir während unserer Wohnungssuche erfahren haben, war überwältigend. Hervorzuheben sind hier die netten „Kunststudenten“ aus Xian, die uns einen Tag bei der Suche tatkräftig zur Seite standen, sowie unsere Maklerin Jessica, die 16 Stunden am Tag arbeitet, dabei immer äusserst freundlich bleibt und auch schon mal das Taxigeld für uns zurückfordert, wenn Sie den Eindruck hat, dass die Fahrer all zu grosse Umwege gefahren sind. Auch ist auffällig, dass der Chinese an und für sich gerne einfach mal ein Nickerchen macht.

Weiteres demnächst…:-)

Jonas

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