Immer wieder Freitags
Hallo zusammen, ich dachte es wurde mal wieder Zeit. Seit wann habe ich nicht mehr geschrieben? Seit vor meinem Geburtstag mein Gott, dann wird dieser Beitrag wohl etwas länger. Nicht chronologisch und nicht geordnet ganz so wie mein persönlicher Streifzug durch Shanghai gestern.

Planlos durch Shanghai
Nachdem ich seit dem Wochenende meine Tage mit zu spätem zu Bett- und Aufstehen, arbeitend vor dem Notebook oder Simpsons guckend verbracht habe, und dabei versuchte einen eingequetschten Nerv auszukurieren, hatte ich gestern Hummeln im Hintern. Dank eines Arzttermins am Mittwoch konnte ich nicht mit den anderen auf einen Zweitagestrip rund um Shanghai mitkommen. Grund genug mich gestern aus dem Haus zu quälen und ab in den Fuxing Park, den hier jetzt richtig genießbaren Spätsommer erleben.
Bekanntschaften auf der Parkbank
Der Ausflug war eigentlich ungeplant und dem entsprechend konnte es nur witzig werden. Shanghai oder vielmehr China sorgt immer für irgendeinen komischen Moment, der einem den Tag versüßt. Lukas Aufbrechen, der mich zunächst begleitet hatte, sorgte für einen leeren Platz neben mir auf einer der begehrten Parkbänke. Dem entsprechend konnte ich schnell mit Unterhaltung rechnen. Im Land des zahnlosen Lächelns gesellte sich auch als bald ein freundlicher, älterer Herr der überraschend gut Englisch sprechen konnte, eingeschränkt nur durch das Fehlen aller, bis auf der zwei oberen vorderen Zähne. Seine Geschichte war interessant und beschrieb China vor 30 Jahren.
Die Hummeln kehren zurück
Allerdings war mein gequältes Sitzfleisch Grund für ein weiteres Aufbrechen. Musik im Ohr, ließ ich mich durch die Stadtparks gen Downtown treiben. Genießen kann man hier sogar die erträglich gefilterte Luft, die normalerweise durch, dem Europäer fremde Gerüche und viele Abgase angereichert ist. Glänzte der Fuxing Park noch durch eine seltsame Zweigeteiltheit, bestehend aus Baustelle und abgeschlossener Gartenschönheit, scheinen die Parks sich mit Annähern an den People-Square schon im besten Zustand zu befinden und schreiben Förmlich „Wir sind bereit für die Olympiade, Frauen WM und Paralympics“. Schöne Gärten, mit vielen Grünflächen, exotischen Pflanzen und Bäumen und dann immer wieder kleine Teichgebiete mit niedlichen kleinen oder pompös großen Brücken, die im China-Stil sich über die Gewisser heben oder knapp über sie hinwegführen. Alles verheißt: „So hat es hier schon immer ausgesehen, alles ist ‚ancient’“. Wären da nicht die Erinnerungen and die Baustellen aus dem Fuxing Park und vergessene Plastikrohre im Wasserkanal die eher von Aktualität zeugen könnte man diesem Trugschluss auch tatsächlich folgen und sagen: „Ganz wie in meiner Vorstellung oder tatsächlich wie das Klischee“. Aber im Grunde genommen ist genau umgekehrt. China hat durchaus gelernt wie man dem Europäer China näher bringt. Indem man Ihm vor allem das China zeigt, was er vermeintlich kennt und sehen will. Nicht desto trotz sind die Parks eine Oase und ein krasser Gegenpol zum Altagslärm der Stadt.
5 Km weiter …
… bin ich im Zentrum und im letzen Rückzugspark, nahe der Staatsgalerie, Museen und vielem Mehr. Man merkt sehr schnell das man sich in Zentrumsnähe befindet, vor allem da „Golden Week“ ist. Der Menschenstrom wird immer dichter und den Park erkennt man nur daran, das vollkommen überforderte ABMs, so genannte „Park-Assistances“ durch Tröten versuchen das Sitzen auf den Grünflächen zu unterbinden.
Grillen am Aachenerweiher
Hier? Undenkbar! Eine Tafel am Parkeingang verrät in angelehnter guter deutscher bürokratischer Tradition, was alles Verboten ist. Bleibt auch hier die Frage was denn dann erlaubt ist. Am besten man folgt dem Beispiel eines anderen Hinweisschildes: „Do not touch, only view and admire alltogether“.
Straßenschilder und Wirrungen
Der geschulte und wahrscheinlich auch der ungeschulte Englischnutzer stutzt sicherlich über die oben frei zitierte Aufforderung. Aber sehr gut verständliche Warnschilder säumen das Stadtbild: „Watch your Slip“, „Do not reach body out of elevator“ (Man befindet sich auf einer Rolltreppe) oder auch in einem öffentlich Klo: „Please would paper chuck in wastebin Thank you!“ Dieses Schild soll einem übrigens sagen, dass man das Toilettenpapier bitte in den Mülleimer werfen soll. Legendär aber noch nicht gesehen soll auch das Schild in einer Diskothek sein auf dem stehen soll: „No prostitutes allowed, if you are not sure whether you are a prostitutet ask at the door“. Wer mehr sehen will kann hier mehr finden und auch bald in unser eigenen Bildgalerie: http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Engrish?uselang=de
15.30 Und nur?
Was denn ich bin schon so viel gelaufen und es ist erst 15:30, das Bein macht noch mit und die Musik hat Abwechslung durch ein Hörbuch gefunden. Geldwechseln heißt eine Bank of China finden. War am BUND (schöne Strandpromenaden ähnliche Flaniermeile direkt am Fluss) nicht eine? Damn das ist ja noch mal quer durch die Stadt. Egal!
17:05 D’OH!
Herr verflucht, so viele MENSCHEN! Einfach unglaublich, meine Reisegeschwindigkeit hat sich auf 2 Km/h verlangsamt und nur durch Kreuzen gegen den Strom (jaja eigentlich ja gegen den Wind) ist es überhaupt noch möglich vorwärts zu kommen. Doch da die Idee, ein Geistesblitz! Wie kommt Bruce Willis zur Rush Hour noch mal durch NewYork? Nein ein Krankenwagen kommt hier noch langsamer weiter, denn hier wird eher mit dem Martinshorn gepfiffen, als das man darauf hört. Schneller geht’s bestimmt mit einer Art Führer. Wo ist denn hier ein Rolex oder Omega Verkäufer? Da kommt die Frage: DVD? Zum ersten strahle ich über die Frage und antworte „Hen Hau!“. Und ab geht’s wieder mit 5 Km/h pro Stunde, dem findigen Burschen, der ein Geschäft wittert hinterher. Streckenreingewinn ca. 1 Km. Jetzt noch schnell abtauchen im Getümmel und geschafft. Wiederholen lässt sich das leider nicht. Einige böse Europäerblicke und Flüche später bin ich am Ziel, nur 5 Minuten zu spät. Naja morgen ist auch noch ein Tag. Taxi zurück, nein warum der Mensch hat doch Beine. Mit Starbucks Kaffee und Musik geht’s zurück.
Rückblick
Aber Kurz, will hier ja keinen Langweilen! Geburtstag wurde direkt 3 Mal gefeiert. Einmal meiner zweimal und dann noch der vom Mathias. Bilder gibt’s dann bald auch in der Gallery.
Jazz am Vorabend leitete den längsten Geburtstag meines Lebens ein. Dann danach noch Party am Bund und am nächsten Abend/Nacht Party mit vielen Chinesen in unserer Skylaunch. Enden tat der Geburtstag zwar in dieser Zeitzone, aber andere Zeitzonen aus Europa und Amerika schafften es den Geburtstag bis tief in den frühen Morgen des hiesigen 22ten zu verlängern.
2 Klassen
Es folgten noch Arztbesuche die aber eher uninteressant waren. Der Besuch am Mittwoch hingegen brachte nicht nur Aufschluss und eine Diagnose (eingeklemmter Nerv) sondern auch einen Einblick in die Zukunft Deutschlands. Die Privatpraxis glich eher einem Hotel bei dem es nebenbei nur um Krankheit ging. Angesiedelt tatsächlich direkt in einem der Luxus-Hotels Shanghai, waren alle Möbel aus einem Mahagoni ähnlichem Holz, selbst der Untersuchungstisch. Eine persönliche, andauernd zuvorkommende Krankenschwester bringt einem dauernd Wasser und Lesestoff und ist sichtlich bemüht den Kranken die Krankheit vergessen zu lassen. Krasses Gegenteil zum Kassenarzt in Deutschland. Natürlich sagt das nichts über die relevante Qualität aus, ein eigens aus Singapur eingeflogener Orthopäde macht aber Eindruck, allerdings auch auf der Rechnung.
Und nu?
Faithless kommt heute Abend dran und demnächst ein Linkin Park Konzert. Wie da fehlt was, aja natürlich noch viel mehr Party. Hä? Immernoch fehlt was, ach so sind doch Ferien, da ist keine Uni
LG
Phips
Wie Noch was vergessen?
Ach so ja wir sind Weltmeisterinnen |-(

